Geänderte Verkehrsregeln sollen Luft verbessern

In Ravensburg fehlt ein Verkehrskonzept. Das ist die Ansicht der Agendagruppe Oberstadt, die sich jetzt mit eigenen Vorschlägen für eine Verbesserung der Luftqualität in Ravensburg an das Regierungspräsidium Tübingen wenden wird. Dort kann jeder Bürger Verbesserungsvorschläge einreichen.

Wie berichtet, hat die Tübinger Behörde der Stadt einen Luftreinhalteplan verordnet. Er ist die Konsequenz aus den amtlichen Schadstoffmessungen im vergangenen Jahr. An allen drei Messpunkten wurde 2016 der Grenzwert für Stickstoffdioxid kontinuierlich überschritten. Die Europäische Union hat einen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft festgelegt, in Ravensburg wurden Konzentrationen von bis zu 70 Mikrogramm registiert.

Nun sind die Stadt, der Gemeinderat, aber auch jede Privatperson aufgefordert, konkrete Vorschläge zu machen, was getan werden kann, um die Luftverschmutzung in Ravensburg nachhaltig zu reduzieren. Am Dienstagabend hat die Agendagruppe Oberstadt dazu eigene Anregungen vorgestellt und weitere von Bürgern gesammelt. Ein Überblick:

Wie bereits in der Vergangenheit fordert die Oberstadtagenda, die zweispurige Befahrung der Burgstraße zu verbieten. Sie soll nur noch einbahnig bergab befahren werden. Der von Süden kommende Verkehr könnte entweder über die Rudolfstraße oder den Hirschgraben geführt werden. Beharre der Unternehmerverband Wifo weiterhin auf der Erreichbarkeit aller Geschäfte, könne man den Verkehr aus dem Süden auch über den Marienplatz zum Frauentor führen, sagte Agenda-Sprecher Manfred Lenz.

Gefordert wird auch der Testlauf einer Fahrbeschränkung für Autos und Motorräder in der Ravensburger Innenstadt von Freitagabend bis Samstagmorgen. Nach dem Wochenmarkt soll die Sperrung bis Montagfrüh für den Gespinstmarkt und die Marktstraße weiter gelten.

Ein weiterer Vorschlag sieht vor, die Altstadt nachts komplett zu sperren. Konkret heißt der Vorschlag: „Kein Durchgangsverkehr in der Innenstadt von 22 bis 5 Uhr.“

Die Linksabbiegespur in der Schussenstraße (in Richtung Gartenstraße/Weingarten) soll entfallen. Damit soll erreicht werden, dass die Verkehrsteilnehmer, die in Richtung Norden wollen, über die Ulmer Straße fahren und so das Zentrum umgehen.

Die Agendagruppe fordert zudem die Erstellung eines Ortsumfahrungskonzepts für Ravensburg.

Des weiteren soll geprüft werden, welche Beschlüsse des Gemeinderats zur Verkehrsreduzierung zwar gefasst, aber niemals umgesetzt wurden. Hier will die Gruppe prüfen, ob rechtliche Schritte möglich sind.

Der Fußgängersteg, der die Mühlstraße mit dem Gänsbühl-Center verbindet, soll behindertengerecht umgestaltet werden, damit die dortige Fußgängerampel abgebaut werden kann. Das soll den Verkehrsfluss verbessern.

Nur noch in diesem Monat können Bürger Vorschläge zur Reduzierung der Schadstoffbelastung der Ravensburger Luft an das Regierungspräsidium Tübingen, Abteilung 5 – Umwelt, Konrad-Adenauer-Straße 20, 72072 Tübingen, richten. Die E-Mail-Adresse lautet abteilung5@rpt.bwl.de.

Quelle: schwäbische.de