Bürger kämpfen gegen Lärm und Verkehr

Viele Vorschläge hat die Ravensburger Agendagruppe Oberstadt seit ihrer Gründung vor acht Jahren gebracht, um die Wohn- und Lebensqualität in der Altstadt zu verbessern. Die meisten kosteten nicht einmal besonders viel Geld. Umgesetzt hat die Verwaltung von diesen Ideen dennoch praktisch nichts. Und das, obwohl die Bürgerbefragungen beim Stadtentwicklungsprozess Ravensburg 2030 den Agenda-Aktiven und ihren Ideen durchaus recht gegeben hatten.

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Quelle: schwäbische.de

Offener Brief an die Stadtverwaltung und alle Gemeinderatsfraktionen der Stadt Ravensburg

Oberstadt-Agenda Ravensburg – 21. August 2019

Herrn Oberbürgermeister Dr. Rapp
Herrn Bürgermeister Blümcke
Herrn Bürgermeister Bastin

An

Alle Gemeinderatsfraktionen der Stadt RV

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie, nachdem der Gemeinderat neu konstituiert ist, noch einmal an unseren Vorschlag: „mehr Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer“ in der historischen Oberstadt erinnern, in einer Zeit, in der Politik und Medien überall über autofreie „Innenstädte“ sprechen.

Die politische Idee, aus diesem eng bebauten und vermutlich am stärksten mit Fußgängern frequentierten Stadtteil einen Bypass mit einer Verkehrsmenge, die jetzt schon Bundesstraßenausmaß hat (mit zunehmender Tendenz durch die nahen Neubaugebiete), ohne jeden kommunikativen Austausch von Fakten mit den betroffenen Bewohnern zu machen, dürfte jedem professionellen Stadtplaner, wie auch jedem neutralen Beobachter als nicht zeitgemäß erscheinen, da solche Verkehrsführungen noch auf die vor-1970 Jahre zurück gehen und der heutigen Zeit nicht gerecht werden (siehe vorliegendes Gutachten).

Auch mit einer Umfunktionierung des Gespinstmarkts zur Fußgängerzone fährt kein einziges Auto weniger in der Innenstadt – es werden damit nur, wie bisher, Verkehrsverlagerungen zu Lasten anderer engen Straßen innerhalb der Altstadt hergestellt.

Übrigens ist es noch nicht allzu lange her, dass auch die Stadtverwaltung für die Wiedereinführung Einbahnstraße „Burgstraße“ war.

Trotzdem plädieren die Erfinder und lautstarken Lobbyisten dieses Verkehrsprovisoriums!!! weiterhin „für eine autogerechte Innenstadt“ (wo dort, weitgehend unkontrolliert, auch mancher Verkehrsteilnehmer sein Refugium für getunte Maschinen sieht).

Es fehlt jede sachliche Diskussion über eine zeitgemäße Verkehrsplanung für die Kernstadt innerhalb „der Türme und Tore“, vor allem für die inzwischen sehr verkehrs- und lärmbelastete Oberstadt.

Nicht nur das Wifo und andere Profiteure haben Ansprüche an die Struktur der Innenstadt, sondern auch die Anliegen der betroffenen Bewohner müssen respektiert werden (siehe

vorliegende Haushaltsumfrage), zumal sie ebenfalls einen nicht unbeträchtlichen Finanzierungsbeitrag an die Stadt leisten.

Zur viel zitierten Reduzierung des Verkehrs in der Innenstadt wird vor allem über günstige Tickets für Busverkehr und Ausbau der Fahrradwege geredet, jedoch bis jetzt nicht wirklich für die Innenstadt gehandelt.

Da sollte jeder der auch für die Zukunft der Stadt verantwortlich ist, mit Mut und Inspiration über Verbesserungen nachdenken und entsprechend handeln.

Wenn schon keine dementsprechende Verkehrsplanung, unter Berücksichtigung der ganzen Altstadt zustande kommt, müsste der Vernunft entsprechend, aufgrund der aktuellen Fakten, zunächst nach der Marienplatz-Garagenfertigstellung, in der Burgstraße eine Autospur bergab und mindestens eine Spur für Fahrradfahrer sowie ein Gehweg für Fußgänger eingerichtet werden. Das dürfte mit geringem Kostenaufwand machbar sein.

Nachdem die Oberstadt, wie kaum ein anderer Stadtteil von genügend naheliegenden Parkhäusern umgeben ist, wären solche Maßnahmen auf den übrigen Teil der Oberstadt und auch die Seestraße übertragbar. Das würde mit Sicherheit den optischen Eindruck des ganzen Museumsviertels enorm aufwerten und wäre ein wichtiger Fortschritt zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität (Klima, Luft, Lärm, Verkehrssicherheit) – einfach für das ganze Innenstadtbild.

Wir bitten Sie, als die verantwortlichen Entscheider, das Thema „einer aktuellen Fahrradinfrastruktur für die Oberstadt“ mit der Verwaltung, die genügend Fakten zur Verfügung hat, im Gemeinderat dringend und zeitnah aufzunehmen, um auch zukünftigen Anforderungen einer aufenthaltsfreundlichen Innenstadt gerecht zu werden.

Über eine offene Diskussion und vielleicht ? eine Antwort von Ihnen würden wir uns freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Lenz

Sprecher Oberstadt-Agenda RV

 

Po­li­zei soll lär­men­de Au­tos kon­trol­lie­ren

Ravensburg – Die Ravensburger Oberstadt-Agenda hat die Stadtverwaltung und die Polizei aufgefordert, in der Altstadt sogenannte “Autoposer” zu kontrollieren. In einem Brief an den Ersten Bürgermeister Simon Blümcke schreibt der Sprecher der Gruppe, Manfred Lenz: “Abends und an Wochenenden stellen wir als Betroffene fest, dass nicht wenige Autos mit abgeändertem Auspuff und Motorräder teilweise ohne oder mit geändertem Schalldämpfer durch die Innenstadt fahren.” Die besondere Lärmbelästigung der Ravensburger Oberstadt sei bereits im Gutachten zur Burgstraße beschrieben worden. Die Agendagruppe verweist daher auf das Beispiel Hamburg. Dort gibt es bei der Polizei die Kontrollgruppe “Autoposer”, die regelmäßig Schwerpunkteinsätze macht, bei denen sie gezielt nach Verkehrsteilnehmern fahndet, deren Fahrzeuge unnötigen Lärm verursachen, häufig nachdem diese unzulässig technisch verändert wurden – zum Beispiel durch den Austausch oder das Entfernen von Schalldämpfern.

Quelle: schwäbische.de